Unterwaldner, DAS Magazin

Heute zumThema: TCS-Verkehrskonferenz I mmer mehr Personen wohnen und arbeiten nicht mehr am selben Ort. Gegen zwei Drit- tel der Bevölkerung sind Pendlerinnen und Pendler. Für den Arbeitsweg, aber auch für Frei- zeitaktivitäten, ist ein Grossteil der Bevölkerung auf eine funktionierende und leistungsfähige Strasseninfrastruktur sowie eine optimale Anbin- dung und Erreichbarkeit angewiesen. Um diese Thematik drehte sich die 8.TCS-Verkehrskonfe- renz vom 19. November 2018. DieVeranstaltung stiess auf grosses Interesse. Rund 120 Personen folgten der Einladung derTCS-SektionWaldstätte und erlebten ein Referat mit teils überraschenden Zahlen zur Mobilität der Bevölkerung sowie eine engagierte Podiumsdiskussion. DieTCS-Sektion Waldstätte versteht sich als engagierter und kon- struktiver Partner für Mobilitätsfragen, der die Verkehrspolitik in den Kantonen Luzern, Obwal- den und Nidwalden kritisch begleitet und neue Impulse geben will. Auto dominiert Freizeitverkehr Wir sind einVolk von Pendlern. Dies verdeutlichte das Referat von Norbert Riesen, Direktor LUSTAT Statistik Luzern. Gegenüber 2005 werden heute in Luzern, Obwalden und Nidwalden weitere Distanzen zurückgelegt, aber in kürzerer Zeit.Am mobilsten sind junge Erwachsene. Ziel und Zweck der Mobilität ist für die meisten Personen die Freizeit, gefolgt von Arbeit und Einkaufen. «Das mag erstaunen», sagte Norbert Riesen. «Aber die Rangliste ist eindeutig: Man ist in der Freizeit fast doppelt so weit unterwegs wie für den Arbeits- weg.» Unabhängig von Ziel und Zweck dominiert der motorisierte Individualverkehr. Rund zwei Drittel der Distanzen werden in allen drei Kanto- nen mit demAuto zurückgelegt. Norbert Riesen zeigte auch die Pendlerströme auf. «Überdurch- schnittlich viele Personen aus Obwalden und Nidwalden pendeln in die Stadt oder Agglome- ration Luzern.» Auch für Zu- undWegpendelnde der Zentralschweiz ist das Auto die ersteWahl. Erreichbarkeit beschäftigt Das Referat bildete die Grundlage für die Podi- umsdiskussion unter der Leitung von Jérôme Martinu, Chefredaktor der Luzerner Zeitung. Roland Koch, Bereichsleiter Mobilität desTief- bauamts der Stadt Luzern, plädierte für Flächen- effizienz: «Wir müssen die Strassenkapazitäten, die zurVerfügung stehen, möglichst effizient nutzen.» Daher fördere die Stadt den öffentlichen Verkehr und setze auf Massnahmen wie Busspu- ren. Für PeterWith, Grossstadtrat und Präsident Gewerbeverband Kanton Luzern, war dies nicht nachvollziehbar: «Die Stadt versucht den moto- risierten Individualverkehr einzudämmen, aber ohne den gewünschten Erfolg. Darunter leidet auch das Gewerbe.» Die Erreichbarkeit ist auch für Spitäler ein Problem. «Wir mussten Spielre- geln definieren, um zu bestimmen, welche Mit- arbeitenden Anrecht auf einen Parkplatz haben», sagte Florentin Eiholzer, Departementsleiter Be- trieb und Infrastruktur am Luzerner Kantonsspi- tal. «Wir nutzen aber die ganze Palette und unter- stützen die Anreise mit dem öV oder bieten eine App für Fahrgemeinschaften.» Peter Schilliger, Präsident derTCS-SektionWaldstätte, meinte in seinem Schlusswort: «Die Gesamtmobilität muss funktionieren. Daher setzt sich derTCS für das Miteinander aller Mobilitätsformen ein.» DANIEL SCHWAB Mehr Pendler auf den Strassen Die 8. Verkehrskonferenz des TCS SektionWaldstätte stellte dieBedeutung undWichtigkeit einer funktio- nierenden und leistungsfähigen Strasseninfrastruktur ins Zentrum. Wie das erhöhte Verkehrsaufkommen – nicht zuletzt durch die steigende Zahl an Pendlern – bewältigt werden soll, war umstritten.

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